In den 1960er-Jahren lag das Vertrauen in die Medien in den USA bei über 70 Prozent. Heute ist es auf unter 30 Prozent gesunken. Diese Entwicklung ist kein rein amerikanisches Phänomen: Auch in vielen anderen Ländern, darunter die Türkei, ist ein deutlicher Vertrauensverlust in den Journalismus zu beobachten.
Die Ursachen und möglichen Auswege aus dieser Krise standen im Mittelpunkt der jüngsten Ausgabe des Nachrichtenformats The Timeline. Gemeinsam mit dem Journalisten Abdülhamit Bilici und Moderator Jesse Waters analysierte die Medienwissenschaftlerin Prof. Kirsten A. Johnson von der Elizabethtown College die tiefgreifenden Veränderungen in der Medienlandschaft.
Diskutiert wurden unter anderem die Auswirkungen der Digitalisierung, die zunehmende Verbreitung von Desinformation, die ambivalente Rolle sozialer Medien sowie der Einfluss sogenannter Bürgerjournalisten. Prof. Johnson, die sich seit Jahren mit Medienethik und dem öffentlichen Vertrauen in Nachrichtenmedien befasst, verwies auf mehrere historische Wendepunkte, an denen dieses Vertrauen nachhaltig beschädigt wurde. Ohne eine Rückbesinnung auf journalistische Grundprinzipien sei eine Überwindung der Krise kaum möglich.
Neben der Analyse der Probleme ging es in der Sendung auch um Lösungsansätze. Die Gesprächspartner erörterten, ob und unter welchen Bedingungen Vertrauen in die Medien wieder aufgebaut werden kann. Die Folge richtet sich dabei nicht nur an Journalistinnen und Journalisten, sondern auch an ein breites Publikum von Nachrichtenkonsumenten.
The Timeline ist ein wöchentliches Nachrichtenformat, das sich mit globaler Politik, Gesellschaft, Kultur und Medien auseinandersetzt. Die Sendung erscheint jeden Donnerstag und ist über YouTube sowie alle gängigen Podcast-Plattformen abrufbar.

