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Türkei verschärft Vorgehen gegen Medien – Jahresbericht dokumentiert Festnahmen und Zensur

Im Jahr 2025 wurden in der Türkei insgesamt 105 Journalist:innen festgenommen, davon 40 inhaftiert. In im Laufe des Jahres abgeschlossenen Verfahren wurden 57 Journalist:innen verurteilt. Das geht aus dem Jahresbericht des Dicle-Fırat-Journalistenverbands (DFG) hervor, einer in Südostanatolien ansässigen Organisation zur Beobachtung der Pressefreiheit.

Dem Bericht zufolge waren 113 Journalist:innen im Laufe des Jahres Gegenstand strafrechtlicher Ermittlungen. In 88 Fällen erhoben Staatsanwälte später Anklage. Gerichte verhängten in den 2025 abgeschlossenen Verfahren Haftstrafen von insgesamt rund 63 Jahren sowie Geldstrafen in Höhe von 244.900 Türkischen Lira (etwa 5.670 US-Dollar). 28 Journalist:innen befanden sich am 5. Januar weiterhin in Haft.

Bei der Vorstellung des Berichts am 10. Januar, dem Tag der arbeitenden Journalist:innen in der Türkei, erklärte der DFG, dass 42 Journalist:innen misshandelt, 22 bedroht und 48 durch Sicherheitskräfte an der Ausübung ihrer journalistischen Tätigkeit gehindert worden seien.

Auch die Online-Einschränkungen hätten sich 2025 verschärft. Behörden verhängten Zugriffssperren gegen 113 Webseiten und blockierten 464 Nachrichtenberichte sowie 1.519 Social-Media-Beiträge.

Der Bericht dokumentiert zudem die wirtschaftlichen Folgen des Vorgehens gegen Medien: 294 Medienschaffende verloren 2025 ihre Arbeitsplätze.

Der DFG forderte darüber hinaus eine Demokratisierung der Rundfunk- und Internetaufsichtsbehörden. Die Gremien des Obersten Rats für Radio und Fernsehen (RTÜK) sowie der Behörde für Informations- und Kommunikationstechnologien (BTK) dürften nicht von der regierenden Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung (AKP) dominiert werden, da dies die Unabhängigkeit der Regulierungsbehörden untergrabe.

RTÜK steht seit Jahren in der Kritik von Organisationen für Pressefreiheit, oppositionelle Medien systematisch zu zensieren, um kritische Stimmen zum Schweigen zu bringen und ein regierungsnahes Mediennarrativ durchzusetzen.

Der Verband forderte außerdem ein Ende der Sperrung von Social-Media-Konten ohne richterliche Anordnung, die Wiederöffnung aller geschlossenen Webseiten und Accounts sowie die sofortige Freilassung aller inhaftierten Journalist:innen.

Die Türkei sieht sich seit Langem wiederholter Kritik von Pressefreiheits- und Menschenrechtsorganisationen ausgesetzt. Besonders Beiträge mit Bezug zu hochrangigen Regierungsvertreter:innen oder politisch sensiblen Themen sind häufig Ziel staatlicher Anordnungen an Social-Media-Plattformen.

In den vergangenen zehn Jahren hat sich die Pressefreiheit in der Türkei deutlich verschlechtert. Journalismus ist zunehmend juristischem Druck, Festnahmen und Medienübernahmen ausgesetzt. Kritische Journalist:innen sehen sich verstärkt Gesetzen gegenüber, die unter anderem „Desinformation“, „Beleidigung von Amtsträgern“ oder „terroristische Propaganda“ unter Strafe stellen.

Im Weltindex der Pressefreiheit 2025 belegte die Türkei Platz 159 von 180 Staaten.

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