Mehrere internationale Organisationen haben die Türkei aufgefordert, den zunehmenden Druck auf Journalisten und unabhängige Medien zu beenden. In einer gemeinsamen Erklärung warnen sie vor einer ernsthaften Gefährdung der Medienvielfalt im Land.
Zu den Unterzeichnern des Aufrufs zählen unter anderem Reporter ohne Grenzen (RSF), das International Press Institute (IPI), das Komitee zum Schutz von Journalisten (CPJ), das Europäische Zentrum für Presse- und Medienfreiheit (ECPMF), das Osservatorio Balcani Caucaso Transeuropa (OBCT), die Südosteuropäische Medienorganisation (SEEMO), Amnesty International sowie ARTICLE 19 Europa.
Die Organisationen kritisieren insbesondere eine systematische Zunahme von Maßnahmen gegen kritische Berichterstattung. Dazu zählen nach ihren Angaben juristische Verfahren gegen Journalisten, digitale Zensurmaßnahmen sowie wirtschaftlicher Druck auf Medienhäuser, die zusammen die journalistische Unabhängigkeit erheblich einschränkten.
Der Türkei-Vertreter von Reporter ohne Grenzen, Erol Önderoğlu, sprach von einer „historischen Verschlechterung“ der Pressefreiheit. Politischer Einfluss auf die Justiz und zunehmende Internetzensur würden gezielt eingesetzt, um kritische Medien zu schwächen. Dies stelle eine ernsthafte Bedrohung für den Pluralismus in der Medienlandschaft dar.
Im aktuellen Weltindex der Pressefreiheit von Reporter ohne Grenzen für das Jahr 2025 belegt die Türkei Platz 159 von 180 Ländern und hat sich damit im Vergleich zum Vorjahr weiter verschlechtert. Besonders wirtschaftlicher Druck auf unabhängige Medien habe zu diesem Rückgang beigetragen.
Die Organisationen fordern die türkischen Behörden auf, rechtliche, digitale und wirtschaftliche Einschränkungen für Journalisten aufzuheben. Nur so könne die Zukunft einer unabhängigen Berichterstattung und einer vielfältigen Medienlandschaft gesichert werden.

