Die Internationale Journalisten-Föderation (IFJ) hat am 31. Dezember ihre endgültige Liste der im Jahr 2025 getöteten Journalistinnen, Journalisten und Medienschaffenden veröffentlicht. Demnach kamen weltweit 128 Medienprofis ums Leben, darunter zehn Frauen. Neun der Todesfälle ereigneten sich durch Unfälle. Die IFJ spricht von einem weiteren besonders tödlichen Jahr für den Journalismus und kritisiert scharf das anhaltende Versagen staatlicher Stellen, Medienschaffende wirksam zu schützen.
Gegenüber der vorläufigen Liste vom 9. Dezember, in der 111 Todesfälle verzeichnet waren, wurden bis Jahresende 17 weitere Fälle bestätigt. Die aktualisierte Bilanz verdeutlicht nicht nur die außergewöhnliche Gefährdung journalistischer Arbeit im Jahr 2025, sondern auch die weiterhin weitverbreitete Straflosigkeit. Zusätzliche Todesfälle wurden unter anderem aus Palästina, Tansania, Peru und Guatemala gemeldet. Hinzu kamen mehrere Unfalltode, darunter sieben Medienschaffende in Nigeria sowie jeweils einer in Burundi und im Iran.
Seit Einführung der jährlichen „Killed List“ im Jahr 1990 hat die IFJ weltweit 3.173 getötete Journalistinnen und Journalisten dokumentiert – im Durchschnitt 91 pro Jahr. Allein in den vergangenen zehn Jahren waren es 876. Parallel dazu veröffentlichte die Föderation eine Liste mit 533 weltweit inhaftierten Medienschaffenden. China gilt weiterhin als größtes Gefängnis für Journalistinnen und Journalisten.
Am stärksten betroffen war erneut der Nahe Osten und die arabische Welt. Mit 74 getöteten Medienschaffenden – davon 56 in Palästina – entfielen 58 Prozent aller weltweit registrierten Todesfälle auf diese Region. Der Krieg im Gazastreifen forderte einen besonders hohen Blutzoll unter Journalistinnen und Journalisten. Jemen folgt mit 13 Todesfällen, die Ukraine mit acht. Auch aus dem Sudan, Indien und Peru wurden mehrere Tötungen gemeldet. Die Zahlen zeigen deutlich, dass vor allem Konfliktgebiete zu Hochrisikozonen für Medienprofis geworden sind.
In der Asien-Pazifik-Region wurden 15 Journalistinnen und Journalisten getötet. Zugleich ist diese Region mit 277 inhaftierten Medienschaffenden weltweit Spitzenreiter bei der Zahl der Gefangenen. Europa verzeichnete zehn Todesfälle, die meisten davon im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine. Besonders alarmierend ist laut IFJ der zunehmende Einsatz von Drohnen, mit denen gezielt Journalistinnen und Journalisten oder ihre Fahrzeuge angegriffen werden.
In Afrika wurden neun Medienschaffende gezielt getötet, vor allem im Sudan. Weitere Todesfälle ereigneten sich durch Unfälle, unter anderem in Nigeria. In Nord- und Südamerika registrierte die IFJ elf Tötungen. Besonders besorgniserregend ist die Entwicklung in Peru, wo es jahrelang keine tödlichen Angriffe auf Journalistinnen und Journalisten gegeben hatte.
IFJ-Generalsekretär Anthony Bellanger sprach von einer „globalen Krise“. 128 getötete Medienschaffende in nur einem Jahr seien keine bloße Statistik, sondern ein dramatisches Warnsignal. Regierungen müssten Journalistinnen und Journalisten besser schützen, Täter konsequent zur Rechenschaft ziehen und die Pressefreiheit verteidigen. Die IFJ fordert zudem eine internationale UN-Konvention, die Sicherheit und Unabhängigkeit von Medienschaffenden weltweit garantiert.

