Die deutsche Bundesregierung hat auf die Verhaftung des Journalisten Alican Uludağ mit deutlicher Kritik reagiert. Uludağ war unter dem Vorwurf der „Beleidigung des Präsidenten“ in der Türkei in Untersuchungshaft genommen worden.
Bei der regulären Regierungspressekonferenz in Berlin erklärte der stellvertretende Regierungssprecher Sebastian Hille, man verfolge das Verfahren „mit großer Aufmerksamkeit und tiefer Sorge“.
Presse- und Meinungsfreiheit als Grundpfeiler
Hille verwies darauf, dass der Staatsminister für Kultur und Medien, Wolfram Weimer, im Namen der Bundesregierung die sofortige Freilassung Uludağs gefordert habe.
„Presse- und Meinungsfreiheit sind für uns von zentraler Bedeutung. Diese Freiheiten sind unverzichtbare Grundpfeiler demokratischer Gesellschaften“, betonte Hille.
„Auch in der Türkei müssen Journalisten frei arbeiten können“
Die Festnahme wegen des Vorwurfs der Präsidentenbeleidigung habe in Deutschland Verwunderung ausgelöst.
„Journalisten müssen ihre Arbeit ohne Angst vor Druck oder Repressalien ausüben können. Das gilt auch für die Türkei. Deutsche Welle und ihre Mitarbeiter müssen dort frei und unabhängig berichten können“, sagte Hille.
Die Bundesregierung unterstrich zudem, dass die Lage der Pressefreiheit in der Türkei seit Jahren international Anlass zur Sorge gebe. Der Schutz von Medienschaffenden sowie rechtsstaatliche Verfahren seien dabei von besonderer Bedeutung.
Solidaritätsinitiative
Kolleginnen und Kollegen des inhaftierten Journalisten haben außerdem eine Solidaritätsinitiative gestartet, um über den Fall zu informieren und Unterstützung zu organisieren.

