Das 6. Traditionelle Medien-Solidaritätstreffen wurde unter der Gastgeberrolle der International Journalists Association (IJA) mit einer gemeinsamen Live-Übertragung aus Deutschland und den Vereinigten Staaten veranstaltet. Das diesjährige Motto der Organisation lautete: „Gemeinsam in die Zukunft“.
An dem Programm nahmen zahlreiche namhafte Persönlichkeiten teil – darunter Journalistinnen und Journalisten, Künstler, Akademiker und Aktivisten aus verschiedenen Ländern. Die Veranstaltung fand großen Zuspruch beim Publikum.
Unterstützung für unabhängige Medien
Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen insbesondere die Arbeiten junger Journalistinnen und Journalisten im Medienbereich. Beiträge zum Einsatz sozialer Medien im Menschenrechtskampf, Dokumentationen, Filme sowie investigative Recherchen wurden den Teilnehmenden vorgestellt.
Die Live-Sendung wurde von bekannten Moderatoren wie Erkam Tufan, Mehmet Şahin und Kemal Gülen präsentiert. Neben Journalistinnen und Journalisten traten zahlreiche Gäste auf. Dabei wurden Visionen und Ziele für die kommende Zeit erläutert. Um diese Ziele zu erreichen, bat man die Anwesenden sowie die Online-Zuschauer um Unterstützung. Das Ziel für dieses Jahr wurde mit 2.500 neuen monatlichen Unterstützern bekannt gegeben.
Bedeutender Aufschwung bei MC TV
Der Nachrichtendirektor von MC TV, Abdullah Abdülkadiroğlu, erklärte die Faktoren hinter dem Aufstieg des Senders und betonte dabei erfahrene Berichterstattung, unabhängigen Journalismus und eine qualitativ hochwertige technische Leitung. Er unterstrich die entscheidende Rolle der Unterstützer für den wachsenden Erfolg des Kanals.
Auch der ehemalige Nationalspieler Hakan Şükür nahm an der Veranstaltung teil und informierte über sein neu gestartetes Sportprogramm. Über seine Sendung sagte er:
„Es gibt Wissen, es gibt Analyse – aber keine Manipulation.“
Abdullah Aymaz: „Wir haben nicht verloren, weil wir nicht aufgegeben haben“
Der Journalist und Autor Abdullah Aymaz, der per Interview von Bedrettin Uğur zugeschaltet war, schilderte die kurze Geschichte ehrlicher Berichterstattung. Trotz aller Zensurversuche sei unabhängiger Journalismus nicht zum Schweigen gebracht worden. Mit den Worten
„Wir haben nicht verloren, weil wir nicht aufgegeben haben“
betonte er die Bedeutung von Solidarität und Durchhaltevermögen.
Auch der Journalist Abdülhamit Bilici sprach über die sichtbare Wirkung journalistischer Arbeit im Kampf gegen Ungerechtigkeit.
„Mit wachsender Unterstützung werden wir noch weiter vorankommen“
Adem Yavuz Arslan, einer der ersten Journalisten, die nach ihrer erzwungenen Ausreise weiterhin ihre Stimme gegen Unrecht erhoben, erklärte, dass die journalistischen Arbeiten zunehmend mehr Aufmerksamkeit erhielten. Trotz Zugangssperren und algorithmischer Hürden erreiche man Millionen Menschen. Er betonte, dass unabhängiger Journalismus im Exil fortgeführt werde und dass die Dokumentation von Rechtsverletzungen ohne diese Arbeit nicht möglich wäre.
„Das erste Ziel war die Medienlandschaft“
Im selben Konferenzsaal wurde zudem die Ausstellung „Tenkil-Katastrophe“ eröffnet, die Menschenrechtsverletzungen seit 2013 dokumentiert. Ein neuer Abschnitt mit dem Titel „Medien & Tenkil“ widmete sich speziell der Entwicklung im Medienbereich. Der Journalist Tarık Toros erklärte:
„Nichts geschah über Nacht. Zuerst brachte man die Medien zum Schweigen und schuf so den Boden für eigene Desinformation.“
Menschenrechtsverteidiger und junge Generation
Internationale Menschenrechtsverteidiger wie Prof. Dr. Hanan Badr, Andrea Barron, Rebecca Cataldi, Prof. Dr. Ori Soltes (Georgetown University) sowie Dr. Lyndsey Ekşili von Tughra Books unterstützten die Veranstaltung durch persönliche Teilnahme oder Grußbotschaften.
Auch junge Medienschaffende, die durch Ausbildungsprogramme der IJA gefördert werden, präsentierten ihre Projekte. Das von Veysel Ayhan vorgestellte Projekt „Kozmoz: Leitfaden der neuen Generation“ wurde als digitale, wissenschaftlich fundierte Reflexionsreise beschrieben.
Solidaritätskampagne in den sozialen Medien
Während der gesamten Veranstaltung unterstützten tausende Social-Media-Nutzer die Kampagne unter dem Motto „Ein Herz für euch“. Unter dem Hashtag #ANNEBABAYAHASRETÇOCUKLAR wurde auf Kinder aufmerksam gemacht, die getrennt von ihren Eltern aufwachsen.
Künstlerische Beiträge
Auch Künstler beteiligten sich am Solidaritätsprogramm. Das Theaterstück „Yandaş Çıkmazı“ von Nedim Hazar wurde von Schauspielern des Kasseler Suare-Theaters aufgeführt.
Metin Haboğlu sang das Lied „Wir haben noch einen weiten Weg vor uns“, und zum Abschluss interpretierte die junge Künstlerin Neva das Stück „Wir waren Millionen Vögel“. Dabei betraten zahlreiche Teilnehmende die Bühne und bekräftigten erneut das Motto:
„Gemeinsam in die Zukunft.“
Die rund dreieinhalbstündige Live-Übertragung wurde über YouTube ausgestrahlt und von Zehntausenden verfolgt, kommentiert und unterstützt.

