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Washington Post entlässt rund 300 Journalistinnen und Journalisten

Die Entscheidung der Washington Post, zahlreiche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus wirtschaftlichen Gründen zu entlassen, stößt auf wachsende Kritik. Die traditionsreiche US-Zeitung plant, etwa ein Drittel ihrer Belegschaft abzubauen.

Besonders betroffen sind die Sport- und Auslandsressorts, die erheblich verkleinert werden sollen. Insgesamt könnten Hunderte Journalistinnen und Journalisten ihre Arbeitsplätze verlieren.

Geschäftsführer Matt Murray verteidigte die Maßnahme und erklärte, sie sei notwendig, um die Zeitung angesichts technologischer Veränderungen und neuer Nutzergewohnheiten langfristig stabil aufzustellen.

Keine Korrespondenten mehr im Nahen Osten und in der Türkei

Die Leiterin des Kairo-Büros, Claire Parker, teilte in den sozialen Medien mit, dass neben ihr auch sämtliche Korrespondentinnen, Korrespondenten und Redakteure der Zeitung im Nahen Osten entlassen worden seien. „Diese Logik ist schwer nachzuvollziehen“, schrieb sie.

Unter den Entlassenen befinden sich auch die Türkei-Korrespondenten der Zeitung.

Wendepunkt für den Journalismus

Die Entlassungen werden als kritischer Moment für die Washington Post gewertet, die mit ihrer Berichterstattung über den Watergate-Skandal Journalismusgeschichte schrieb.

Zugleich hat der Stellenabbau in den USA eine neue Debatte über die Beziehung zwischen Medien und Kapital ausgelöst. Viele Beobachter sehen darin einen Hinweis darauf, dass Medien nicht von den Interessen einzelner Milliardäre abhängig sein sollten.

Mit der Zersplitterung der Werbeeinnahmen im Internetzeitalter ist Journalismus deutlich kostenintensiver geworden. Fachleute betonen, dass die Zukunft der Branche weniger von finanzstarken Eigentümern als vielmehr von nachhaltigen und tragfähigen Geschäftsmodellen abhängen werde.

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