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Medienunternehmen beschlagnahmt: 121 Firmen, darunter Show TV, Habertürk und Bloomberg HT, an TMSF übertragen

Die türkische Regierung hat ihre Kontrolle über den Mediensektor weiter ausgebaut. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft in Istanbul-Küçükçekmece wurden 121 Unternehmen, darunter die Fernsehsender Habertürk, Show TV und Bloomberg HT, sowie weitere Vermögenswerte von Can Holding beschlagnahmt und dem Treuhandfonds TMSF übertragen.

Ermittlungen gegen Can Holding

Die Ermittlungen richten sich gegen die Eigentümer von Can Holding sowie führende Manager. Unter den Verdächtigen sind Mehmet Şakir Can, Kemal Can und Kenan Tekdağ. Insgesamt wurden zehn Haftbefehle erlassen. Den Beschuldigten wird die Bildung einer kriminellen Organisation, Schmuggel, Betrug sowie Geldwäsche vorgeworfen.

Bildung und Hochschulen betroffen

Neben den Medienunternehmen sind auch Bildungseinrichtungen von den Maßnahmen betroffen – darunter die Doğa Koleji und die Bilgi Universität. Die Festnahmen erfolgten durch Einheiten der Istanbuler Gendarmerie.

Offizielle Begründung

In einer schriftlichen Stellungnahme erklärte die Staatsanwaltschaft, dass über die Unternehmen von Can Holding „eine kriminelle Organisation gegründet und durch diese systematisch Betrug, Steuerhinterziehung und Geldwäsche betrieben“ worden sei. Laut einem MASAK-Bericht (Behörde zur Bekämpfung von Finanzkriminalität) sollen unrechtmäßig erworbene Gelder in verschiedene Sektoren gelenkt worden sein, um diese zu waschen und gleichzeitig „einen künstlichen wirtschaftlichen Einfluss und Ruf“ aufzubauen.

Politische Brisanz

Die Entwicklung hat hohe politische Brisanz, da der Verkauf des Medienkonzerns von Ciner Holding an Can Holding im vergangenen Jahr von der Regierung trotz umstrittener Vorwürfe genehmigt worden war. Beobachter sehen die aktuelle Beschlagnahmung als weiteren Schritt in der Strategie der Regierung, die Medienlandschaft des Landes stärker unter ihre Kontrolle zu bringen.

 

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