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Künstliche Intelligenz versagt im Journalismus: Hälfte der Nachrichten fehlerhaft

Eine neue, von der European Broadcasting Union (EBU) koordinierte und von der BBC geleitete Studie zeigt, dass KI-Assistenten, die täglich von Millionen Menschen als Informationsquelle genutzt werden, häufig ungenaue oder irreführende Nachrichten liefern. Am schlechtesten schnitt dabei Gemini ab.

Internationale Untersuchung deckt systematische Fehler auf

Die Studie wurde auf der EBU-Nachrichtenversammlung in Neapel vorgestellt und umfasste 22 öffentlich-rechtliche Medien aus 18 Ländern, die in 14 Sprachen arbeiteten.

Über 3.000 Antworten von ChatGPT, Copilot, Gemini und Perplexity wurden anhand journalistischer Kriterien wie Genauigkeit, Quellenlage, Trennung von Meinung und Tatsache sowie Kontext bewertet.

Zentrale Ergebnisse:

Ein Vergleich mit einer früheren BBC-Studie zeigt leichte Verbesserungen, aber weiterhin hohe Fehlerraten.

Junge Menschen wenden sich an KI für Nachrichten

Laut dem Reuters Institute Digital News Report 2025 nutzen bereits 7 % der Online-Nachrichtenkonsumenten KI-Assistenten, bei den unter 25-Jährigen liegt der Anteil bei 15 %.

EBU-Mediendirektor Jean Philip De Tender betonte:

„Diese Defizite sind keine Einzelfälle, sondern systematisch, grenzüberschreitend und mehrsprachig. Wenn Menschen nicht wissen, wem sie vertrauen können, gefährdet das letztlich die demokratische Teilhabe.“

Peter Archer, Direktor des BBC-Programms für generative KI, ergänzte:

„Wir sehen großes Potenzial in KI, aber die Menschen müssen sich auf das, was sie lesen, sehen und hören, verlassen können. Trotz gewisser Fortschritte bestehen noch gravierende Probleme.“

Toolkit für Nachrichtenintegrität veröffentlicht

Das Forschungsteam stellte ein Toolkit für Nachrichtenintegrität in KI-Assistenten vor, das helfen soll, Antwortqualität und Medienkompetenz der Nutzer zu verbessern. Es konzentriert sich auf zwei Fragen:

  1. Wie sollte ein guter KI-Assistent auf Nachrichtenanfragen antworten?
  2. Welche typischen Fehler müssen behoben werden?

Die EBU fordert zugleich von der EU und nationalen Regulierungsbehörden, bestehende Gesetze zu Informationsintegrität, digitalen Diensten und Medienpluralismus konsequent anzuwenden. Angesichts des rasanten KI-Fortschritts sei eine unabhängige, kontinuierliche Überwachung solcher Systeme unerlässlich.

Die Untersuchung knüpft an eine im Februar 2025 veröffentlichte BBC-Studie an, die erstmals Probleme bei der Nachrichtenverarbeitung durch KI dokumentierte und nun deren systemischen Charakter bestätigt.

Eine zusätzliche BBC-Umfrage zeigt, dass viele Nutzer den von KI generierten Nachrichtenzusammenfassungen vertrauen. Während etwas mehr als ein Drittel der Erwachsenen in Großbritannien diese für zuverlässig hält, sinkt der Anteil bei den unter 35-Jährigen deutlich.

Die Forscher warnen: Fehlende oder falsche Informationen können das Vertrauen in Nachrichtenmarken langfristig untergraben.

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