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IJA ruft alle Journalist:innen auf: Brecht das Schweigen, dokumentiert, berichtet, klärt auf

Der Tod des 72-jährigen politischen Gefangenen İbrahim Güngör, der trotz schwerer Krankheiten nicht aus der Haft entlassen wurde, hat den Blick erneut auf andere kranke Gefangene in türkischen Gefängnissen gelenkt.

Die International Journalists Association (IJA) erinnerte in einer Erklärung, die anlässlich des eigentlich am 6. September zu begehenden Tages der freien Presse veröffentlicht wurde, nicht nur an die Einschränkungen der Pressefreiheit, sondern auch an die massiven Menschenrechtsverletzungen in den Gefängnissen. In der Erklärung wurde darauf hingewiesen, dass ältere und kranke Häftlinge, darunter die Journalisten Alaeddin Kaya, Hidayet Karaca, Ali Ünal, İlhan İşbilen und Ufuk Şanlı, weiterhin inhaftiert sind.

Die IJA richtete einen dringenden Appell an alle Journalist:innen: „Brecht das Schweigen, dokumentiert, berichtet, klärt auf. Das Leid der alten und kranken Gefangenen in der Türkei darf weder verborgen noch vergessen werden.“

Stellungnahme der IJA

Am 6. September hätte in der Türkei der Tag der freien Presse begangen werden sollen. Doch nur einen Tag später, am 7. September, erreichte uns die erschütternde Nachricht, dass der 72-jährige politische Gefangene İbrahim Güngör, der an Alzheimer, Hydrozephalus und weiteren schweren Krankheiten litt, im Gefängnis verstorben ist. Er erkannte nicht einmal mehr seine eigene Tochter, dennoch erklärten die Behörden ihn für „haftfähig“. Sein Tod ist kein natürlicher Vorgang, sondern die Folge von bewusster Vernachlässigung und systematischer Grausamkeit.

Doch das Problem geht weit darüber hinaus: Ältere und kranke Gefangene, darunter Journalisten wie Alaeddin Kaya, Ali Ünal und İlhan İşbilen, werden weiterhin unter denselben Bedingungen festgehalten. Ihr Gesundheitszustand verschlechtert sich Tag für Tag. Zusammen mit ihnen sitzen Mehmet Baransu, Fatih Altaylı, Hidayet Karaca, Ufuk Şanlı und viele weitere Journalist:innen allein aufgrund ihrer Arbeit und ihrer Worte in Haft. Die Gefängnisse in der Türkei sind zu Orten geworden, an denen Alter, Krankheit und Gewissen durch gezielte Vernachlässigung bestraft werden. Journalist:innen auf diese Weise ins Visier zu nehmen bedeutet, nicht nur Individuen, sondern auch die Wahrheit und das kollektive Gedächtnis anzugreifen.

Die International Journalists Association betont: Schweigen heißt Mitschuld. Das Schicksal von İbrahim Güngör muss uns alle – Journalist:innen, Institutionen und die internationale Gemeinschaft – wachrütteln und dazu bewegen, unsere Stimmen zu erheben. Unser Appell an alle Journalist:innen lautet: Brecht das Schweigen, dokumentiert, berichtet, klärt auf. Das Leid der alten und kranken Gefangenen in der Türkei darf weder verborgen noch vergessen werden. Nur wenn wir darüber sprechen, können wir ihre Würde bewahren und den Kern der Pressefreiheit verteidigen.

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