Elf international renommierte Ökonomen, darunter die Nobelpreisträger Joseph Stiglitz und Daron Acemoğlu, haben in einer gemeinsamen Erklärung eindringlich vor dem drohenden Kollaps unabhängiger und gemeinwohlorientierter Medien gewarnt. Sie riefen Regierungen weltweit dazu auf, dringend Maßnahmen zu ergreifen, um „qualitativ hochwertigen Journalismus am Leben zu erhalten“.
Die Stellungnahme wurde über das Forum Information und Demokratie veröffentlicht, das von Reporter ohne Grenzen (RSF) und dem französischen Staat initiiert wurde.
Risiken: Jobverluste, sinkende Einnahmen, KI-Druck
In dem Aufruf verweisen die Wissenschaftler auf zunehmende Arbeitsplatzverluste, rückläufige Einnahmen im Mediensektor sowie neue Risiken durch Künstliche Intelligenz. „Die Regierungen setzen ihre Hoffnungen für wirtschaftlichen Wohlstand auf KI. Doch in unabhängige und überprüfbare Informationen – die eigentliche Grundlage der Volkswirtschaften des 21. Jahrhunderts – wird zu wenig investiert“, heißt es in dem Text.
Seit dem Aufstieg des Internets sei das werbefinanzierte Geschäftsmodell der Medienhäuser eingebrochen. Plattformen wie Google und Meta kontrollieren mittlerweile den Großteil des digitalen Werbemarktes, während KI-Systeme wie ChatGPT oder Gemini den Besucherverkehr von Nachrichtenseiten erheblich verringerten.
„Von gemeinnützigen Medien produzierte Informationen werden von diesen Konzernen für private Gewinne genutzt“, kritisierten die Ökonomen.
Appell an die Politik
Die Erklärung fordert eine Neubewertung des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Werts verlässlicher Informationen. Regierungen sollten unabhängige Medien subventionieren und mit Schutzgesetzen absichern.
Im Fazit warnen die Unterzeichner: „Wenn jetzt nicht gehandelt wird, ist der Zusammenbruch des gemeinwohlorientierten Journalismus unausweichlich. Dies hätte gravierende Folgen für unsere Volkswirtschaften, unsere Gesellschaften und unsere Demokratien.“

