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Empörung über den Mord an Journalist Hakan Tosun in Istanbul wächst

Der Journalist und Dokumentarfilmer Hakan Tosun ist in der Nacht zum 11. Oktober 2025 nach einem Angriff im Istanbuler Stadtteil Esenyurt ums Leben gekommen.

Tosun, der durch seine unabhängigen Dokumentarfilme über Umwelt- und Stadtbewegungen bekannt war, wurde auf dem Heimweg von unbekannten Tätern brutal zusammengeschlagen.

Er wurde bewusstlos ins Krankenhaus eingeliefert, erlitt den Hirntod und starb am 13. Oktober.

Politiker, Journalisten und Berufsverbände verurteilten die Tat scharf.

Überwachungsvideo zeigt brutalen Angriff

Auf Aufnahmen einer Sicherheitskamera ist zu sehen, wie zwei Angreifer, einer davon auf einem Motorrad, Tosun attackieren.

Die Bilder zeigen, wie der Journalist nach einem Sturz mit Tritten traktiert wird, bevor die Täter fliehen.

Die Veröffentlichung der Aufnahmen löste große Empörung in der Öffentlichkeit aus, und die Täter konnten rasch identifiziert werden.

Festnahmen und Ermittlungen

Nach Angaben der Istanbuler Polizei wurden zwei Verdächtige – A.M. (18) und A.Ş. (24) – festgenommen und am 12. Oktober in Untersuchungshaft genommen.

Tosuns Anwalt Hakan Bozyurt erklärte jedoch, dass wichtige Beweismittel und Videoaufnahmen in der Ermittlungsakte fehlten:

„Es gibt drei Beteiligte, aber nur zwei Verdächtige. Zeugenaussagen und die Aufnahmen aus der Umgebung sind entscheidend“, sagte Bozyurt.

Parlamentarische Anfrage an den Innenminister

Der Abgeordnete der CHP, Murat Bakan, stellvertretender Vorsitzender für innere Angelegenheiten, richtete eine parlamentarische Anfrage an Innenminister Ali Yerlikaya.

Er forderte volle Aufklärung:

„Die Frage ‚Was ist mit Hakan Tosun passiert?‘ muss beantwortet werden. Seine Familie, seine Anwälte und die Öffentlichkeit haben ein Recht auf Informationen.“

In der Anfrage wurde zudem auf schwere Versäumnisse hingewiesen: Tosuns Familie sei 27 Stunden lang nicht informiert worden, er sei namenlos registriert und ohne Fingerabdruck- oder Gesichtserkennung aufgenommen worden.

Bakan sagte weiter:

„Hakan Tosun war kein namenloser Mensch. Warum wurde seine Familie nicht informiert? Warum wurden im Krankenhaus keine ordnungsgemäßen Verfahren durchgeführt?
Diese Fragen müssen beantwortet werden.“

Öffentliche Reaktionen und Forderungen nach Gerechtigkeit

Tosuns Tod löste in der Medienwelt und in der Bevölkerung große Trauer aus.

Politiker und Presseorganisationen betonten, dass der Angriff nicht nur einem einzelnen Journalisten gegolten habe, sondern der Pressefreiheit und dem Recht der Öffentlichkeit auf Information.

Der Presserat, der Verband Zeitgenössischer Journalisten (ÇGD), die Gewerkschaft DİSK Basın-İş und die Koalition für Klimagerechtigkeit verurteilten den Angriff scharf.

Während das genaue Tatmotiv noch unklar ist, vermuten einige Journalisten und Aktivisten, dass Tosuns Berichte über Umwelt- und Stadtproteste mächtige Kreise verärgert haben könnten.

Wer war Hakan Tosun?

Hakan Tosun, geboren 1975 in Istanbul, begann seine berufliche Laufbahn 1993 als technischer Berater in privaten Radiosendern.

Ab 2009 wandte er sich der Dokumentarfilmproduktion zu und wurde mit Filmen wie „Auf die Dächer“, „Tekel-Arbeiter“ und „Validebağ-Widerstand“ bekannt, die sich mit gesellschaftlichen Kämpfen an der Basis befassten.

 

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