Am 28. Mai 2025 war die IJA Mitveranstalterin eines besonderen Abends im Rahmen der Woche der Meinungsfreiheit: In den Redaktionsräumen der Frankfurter Rundschau fand ein interkultureller Mediendialog zur aktuellen Lage von Exiljournalist*innen in Deutschland statt. Anlass war die Vorstellung der neuen Studie „Exiljournalistische Communitys in Deutschland“ unter der Leitung von Prof. Dr. Hanan Badr, herausgegeben von der Körber-Stiftung.
Die Veranstaltung war mit rund 60 Teilnehmenden sehr gut besucht – neben zahlreichen Mitgliedern der International Journalists Association nahmen auch Medienakteurinnen aus der Region, darunter Vertreterinnen der Deutschen Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) sowie aus der Intendanz des Hessischen Rundfunks, teil. Moderiert wurde der Abend von Dr. Andreas Goetze (Zentrum Ökumene der EKHN/EKKW), der in seiner ruhigen und verbindenden Art durch das Programm führte.
Den Auftakt bildete ein Rundgang durch die Redaktionsräume der Frankfurter Rundschau, gefolgt von der Präsentation der Studie durch Prof. Badr. Die Ergebnisse machten deutlich: Deutschland hat sich in den vergangenen Jahren zu einem wichtigen Zufluchtsort für verfolgte Journalist*innen entwickelt. Zugleich wurden auch strukturelle Herausforderungen thematisiert – etwa Fragen der institutionellen Anerkennung, Integration in die deutsche Medienlandschaft und der langfristigen beruflichen Perspektive.

Prof. Badr stellte nicht nur zentrale Daten und Befunde der Studie vor, sondern reflektierte auch kritisch über das Spannungsverhältnis zwischen Schutz und Teilhabe im deutschen Exil. Sie betonte die Notwendigkeit einer aktiven Medienförderpolitik, die Exiljournalistinnen nicht nur als Schutzbedürftige, sondern als kompetente Akteur*innen wahrnimmt. Besonders eindrücklich war ihr Plädoyer für eine multiperspektivische Medienlandschaft, in der auch Stimmen aus dem Exil dauerhaft Raum finden. Ihre Präsentation verband wissenschaftliche Analyse mit engagiertem gesellschaftlichem Appell – und setzte damit einen wichtigen Impuls für die anschließende Diskussion.
Yasemin Aydın, Direktorin für Internationale Beziehungen und Soziale Verantwortung der IJA, stellte im Anschluss die Arbeit und Zielsetzung der IJA ausführlich vor. Dabei hob sie die Rolle der IJA als Stimme des Exiljournalismus, als Unterstützungsnetzwerk und als internationaler Akteur in der Verteidigung von Pressefreiheit hervor. Die Lösungsansätze der IJA für den Exiljournalismus als Good Practice- Beispiel wurden beleuchtet und vor allem der Digitalisierungsprozess näher erläutert.
Die IJA dankt dem Trägerkreis des Interkulturellen Mediendialogs – Haus am Dom (Bistum Limburg), der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) sowie den Neuen deutschen Medienmacherinnen* – für die Einladung und die gelungene Kooperation.
Der Interkulturelle Mediendialog Rhein-Main ist eine unabhängige zivilgesellschaftliche Gesprächsreihe, die den Austausch zwischen Medien, religiösen Institutionen, migrantischen Organisationen und zivilgesellschaftlichen Akteuren fördert. Ziel ist es, ein tieferes Verständnis für unterschiedliche Perspektiven auf journalistische Praxis, Demokratie und gesellschaftlichen Zusammenhalt zu schaffen.